Antiker Gürtel aus Siebenbürgen, ca. 1880
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Dieser Federkielgürtel aus der Tracht der Siebenbürger Sachsen, um 1880 datiert, stammt aus Siebenbürgen und misst etwa 102 cm in der Länge und 3,5 cm in der Breite. Er zeigt farbenfrohe Motive mit floralen Ranken und Tulpen, typisch für die lebendige Volkskunsttradition der Region.
In der Technik der Federkielstickerei gefertigt, stellt dieser Gürtel eine seltene und aufwendige Form der Lederverzierung dar. Bei dieser Methode werden die gespaltenen Kiele von Pfauenfedern verwendet, um Lederoberflächen in aufwendigen Mustern zu besticken. Obwohl diese Technik eher mit den Alpenregionen Österreichs und Süddeutschlands assoziiert wird, fand sie auch in osteuropäischen deutschen Gemeinden, einschließlich der Siebenbürger Sachsen, Anwendung.
Federkielstickerei wurde traditionell auf Gürteln, Ranzen und Lederaccessoires angewendet, die zu festlicher oder zeremonieller Kleidung getragen wurden. Die Handwerkskunst erforderte großes Geschick und galt als Statussymbol – ein gut gemachter Gürtel konnte damals so viel wert sein wie ein Pferd.
Dieser spezielle Gürtel ist in sehr gutem Zustand, wobei lediglich die Befestigungsschlaufe fehlt, die ihn ursprünglich an der Taille gesichert haben könnte. Seine Erhaltung und die dekorativen Details machen ihn zu einem seltenen Sammlerstück, ideal für Liebhaber ethnographischer Textilien, deutscher Trachten oder historischer Lederarbeiten.